In welchen Fällen rät die Zahnmedizin zu einer Implantation?

Die Zahnmedizin kennt die verschiedensten Anwendungsmöglichkeiten für Zahnimplantate. Jedoch muss je nach Situation von Ihrem Zahnarzt entschieden werden, welche Technik sich am besten eignet. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die in der Oralchirurgie gängigen Strategien der Implantation und listen Vor- und Nachteile der jeweiligen Techniken auf. Zahnimplantate dienen dem Ersatz von fehlenden Zähnen. Etwa 65% der Implantationen erfolgen im zahnlosen Kiefer. Muss nur ein fehlender Zahn ersetzt werde, spricht man von einem Einzelzahnimplantat. Dieses findet zu etwa 25% seine Anwendung. Außerdem kann fast jeder verloren gegangene Zahn ersetzt werden.

Wann kommen Einzelzahnimplantate zum Einsatz?

Mit einem Einzelzahnimplantat kann man z.B. einen durch einen Unfall, durch Karies oder Parodontitis verloren gegangenen Front- oder Seitenzahn ersetzen. Bei der Versorgung mit einem Einzelzahnimplantat handelt es sich um einen festen Zahnersatz, wobei die Krone fest mit dem Implantatkörper verbunden ist. Diese Verbindung wird je nach Situation durch eine nicht sichtbare Schraube oder einem speziellen Befestigungsmaterial erreicht. Um eine Zahnlücke zu schließen, musste man in der Vergangenheit oftmals auch die gesunden Nachbarzähne abschleifen. Der Lückenschluss erfolgte mit einer sogenannten Brücke. Die beiden beschliffenen Zähne dienten als Brückenpfeiler. Den ersetzten Zahn dazwischen bezeichnet man als Brückenglied. Sind jedoch beide Zähne neben der Lücke vorgeschädigt z.B. durch große Füllungen oder auch Verfärbungen, so ist die Brückenversorgung heute noch immer die bessere Therapie. Dank der heutigen Technik mittels eines Zahnimplantats werden die Nachbarzähne nicht angegriffen. Es muss bei diesem Verfahren also keine Zahnsubstanz unnötig geopfert werden.

Welche Strategien stehen der Implantologie für die Einzelzahnimplantation zur Verfügung?

Bei der Therapie für Einzelzahnimplantate unterscheidet man in der Implantologie zwischen drei Vorgehensweisen, die sorgfältig von Ihrem Zahnarzt geplant werden sollten, um gesundheitliche sowie ästhetische Erfolge zu sichern: Sofortimplantation: Hier wird das Zahnimplantat in gleicher Sitzung mit der Zahnentfernung eingesetzt. Die Voraussetzungen für das Gelingen der Sofortimplantation sind ein intakter Knochen und ein entzündungsfreies Zahnfach. Der Vorteil einer Sofortimplantation begründet sich durch einen einmaligen Eingriff (Zahnentfernung und Implantation), Knochenerhalt durch funktionelle Unterstützung und eine schnellere Fertigstellung des Zahnersatzes. Die Nachteile können jedoch ein erhöhtes Verlustrisiko des Implantates und eine ungünstigere Planung der Implantatposition sein. Daher muss eine Sofortimplantation sorgfältig besprochen und abgewogen werden.

Spätimplantation: Deutlich langsamer als die Sofortimplantation ist die Spätimplantation. Hier wird das Implantat erst nach der Knochenheilung (ca. 3 – 6 Monate) eingebracht. Die Methode ist zwar deutlich zeitintensiver. Die Spätimplantation gilt allerdings in der Oralchirurgie als die klassische und sicherste Methode. Jedoch ist auch diese Methode nicht frei von Nachteilen. Je nach anatomischen Gegebenheiten, vor allem im Frontzahngebiet, kann es hierbei zu Knochenschwund (Atrophie) kommen. Eine verantwortungsvolle vorherige Diagnose und Planung durch Ihre Zahnarztpraxis sind daher unumgänglich. Verzögerte Sofortimplantation – diese Methode wird angewendet, um gerade im Frontzahngebiet dem eventuellen Knochenabbau (wie bei einer Spätimplantation) entgegenzuwirken. Die künstliche Zahnwurzel wird hier in den folgenden 2 Wochen nach Zahnentfernung gesetzt. Um gerade im Frontzahngebiet einen Knochenrückgang zu vermeiden, kann man bei der verzögerten Sofortimplantation zusätzlich die Alveole mit Knochenersatzmaterial auffüllen und mit einer Membran abdecken. Somit erzielt man eine Volumenstabilität und vermeidet eine Einwucherung von ungewünschten Reparaturgewebe (Socket Preservation). Außerdem bietet die verzögerte Sofortimplantation ein verringertes Infektionsrisiko.

Wie bei der Sofortimplantation birgt die verzögerte Stategie allerdings auch das Risiko eines Misserfolgs. In allen Fällen gilt: Methode und Durchführung sollten sorgfältig besprochen und geplant werden. Ein sicherer und nachhaltiger Zahnersatz hängt vor allem von der richtigen Beratung ab. Darüber hinaus sollte der Zahnarzt den komplexen Sachverhalt kompetent beurteilen und vermitteln. Gerne stehen wir Ihnen hierzu zur Verfügung.

Unser Team in Langen steht für Qualität und Sicherheit – ob bei Implantationen oder in anderen zahnmedizinischen Bereichen. Sollten Sie außerdem noch Fragen zur Einzelzahnimplantation haben, laden wir Sie herzlich zu einer Sprechstunde in unsere Zahnarztpraxis in Langen ein. Gemeinsam finden wir die für Sie passende Strategie und Implantate.